08.02.2010
Album der Woche
Soldier of Love

„Soldier Of Love“ ist erst das sechste Studioalbum, das die britische Band Sade in ihrer 25-jährigen Karriere veröffentlicht. Allein zwischen ihrem letzten Werk „Lover’s Rock“ und dem neuen Longplayer liegt eine Pause von zehn Jahren. Doch für Sängerin und Frontfrau Sade Adu steht Integrität und Authentizität hinsichtlich Songwriting über allem: „Ich mache nur dann eine Platte, wenn ich denke, dass ich etwas zu sagen habe. Ich habe kein Interesse, Musik zu veröffentlichen, nur um etwas zu haben, das ich verkaufen kann. Sade ist keine Marke.“
In einer Serie von vierzehntägigen Sessions in den „Real World Studios“ entstand das Material für ein neues Album, von dem alle vier Musiker sofort das Gefühl hatten, es sei ihr bislang ehrgeizigstes. Dies merkt man bereits beim ersten Hören des Titelstücks (und ersten Single-Auskopplung), das Sounds und Beats enthält, die sich erheblich von den Songs unterscheiden, die die Band in der Vergangenheit aufnahm. Andrew Hale: „Die große Frage für uns alle ganz zu Beginn war: wollen wir es wirklich alle noch mal wissen und würden wir noch als Freunde miteinander klarkommen?“. Schon bald war für alle die Antwort klar: ein uneingeschränktes „Ja“.

In den vergangenen zwanzig Jahren hatte die Sängerin dem Privatleben stets den Vorzug gegenüber dem Beruflichen gegeben – aus diesem Grund ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass in dieser Zeit lediglich drei Alben mit neuen Songs erschienen. Die Hochzeit mit dem spanischen Filmregisseur Carlos Scola Pliego im Jahre 1989, die Geburt ihrer Tochter 1996 und zu Beginn des 21. Jahrhunderts ihr Umzug aus dem Norden Londons ins ländliche Gloucestershire, wo sie heute mit einem neuen Partner lebt, beanspruchten den Großteil ihrer Zeit und Aufmerksamkeit. Und das völlig zu Recht: „Man kann sich als Künstler nur weiter entwickeln, wenn man sich selbst die Gelegenheit gibt, als Mensch zu reifen“, erklärt sie. „Wir sind mittlerweile alle Eltern, unsere Leben gingen weiter Ich hätte ‚Soldier Of Love’ nicht früher machen können als jetzt. Und auch wenn die Wartezeit für die Fans unglaublich lang war, was mir sehr leid tut, so bin ich doch sehr stolz auf das Album.“
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