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Album der Woche

OneRepublic - Waking Up

Man ist immer nur so gut wie sein schlechtester Song“, sagt Ryan Tedder, der Frontmann und wichtigste Songwriter von OneRepublic.

Was jedoch keinesfalls heißen soll, dass er weiß, wie man einen Blindgänger schreibt. Der in Tulsa im Staat Oklahoma geborene Tedder beschäftigt sich immerhin schon seit über 10 Jahren mehr als intensiv mit Popmusik und der Kunst, großartige, eindringliche Songs zu schreiben. In den vergangenen Jahren hat der 30-Jährige bereits mit Rihanna, Beyoncé, Kelly Clarkson, Carrie Underwood, Jennifer Lopez, Leona Lewis (deren GRAMMY in der Kategorie „Best Record“ für den Song „Bleeding Love“ im Jahr 2008 somit auch an ihn ging) und diversen anderen Superstars gearbeitet. Und doch haben ihn all diese Erfahrungen letzten Endes wieder zurück nach Denver und zu seiner eigenen Band geführt, mit der er nach wie vor seine persönlichsten Songs aufnimmt. „Der Ansatz als Songschreiber, den ich bei OneRepublic verfolge, ist überhaupt nicht mit dem zu vergleichen, was ich für andere Musiker mache: das hier ist unendlich viel schwerer!“, sagt Tedder. „Diese Songs müssen mir aus der Seele sprechen, und ich schreibe jeden einzelnen davon so, als handle es sich dabei um die letzte Aufnahme, die ich jemals veröffentlichen kann.“

Auf „Waking Up“, der neuen LP, die sie in ihrer Heimatstadt Denver aufgenommen haben, sind die mit Abstand bewegendsten und filmischsten Songs ihrer Karriere versammelt: Noch mehr Streicher, noch mehr „Momente wie im Film“, was nicht zuletzt darauf zurückzuführen ist, dass sie unter anderem mit jenem Kinderchor und jenem Orchester gearbeitet haben, die der US-Komponist Danny Elfman schon für die Soundtracks von „Batman“ und „Edward mit den Scherenhänden“ engagierte. Während Tedder auch selbst Ideen mit Elfman austauschte, haben OneRepublic zudem einen Neuzugang zu verzeichnen: Brent Kutzle, seines Zeichens Bassist, Cellist und begnadeter Songwriter, ist als fünftes Bandmitglied dazugestoßen. „Bevor er in die Band kam, hat er nichts als Soundtracks gehört“, berichtet Tedder. „Brent weiß alles über jeden einzelnen Soundtrack und jeden Filmkomponisten der letzten 15 Jahre.“

Tedders Texte hingegen sind so ehrlich wie eh und je. Schließlich war bereits „Dreaming Out Loud“ ein astreines Bekenntnis, eine Beichte, die er größtenteils schon vor seinem Durchbruch als Songwriter niedergeschrieben hatte. „Als ich die Sachen fürs erste Album geschrieben habe, hatte ich keinen Pfennig auf der Naht. Ich schlief vorwiegend bei irgendwelchen Freunden auf dem Sofa.“ Auf „Waking Up“ knüpft er nicht nur geschickt an diese Erlebnisse an, sondern behandelt auch die Reaktionen auf den Vorgänger und alles, was seit der Veröffentlichung ihres Debüts passiert ist. So singt er in dem Song „Secrets“ z.B. folgende Zeile: „I need another story/Something to get off my chest/My life is kind of boring/Need something that I can confess…“

Tedders Erklärung dazu: „Damit will ich sagen: ‘Schaut mal, ich würde mein Herz ja gerne wieder für euch ausschütten, aber ich glaube gar nicht mal, dass ihr das noch einmal hören wollt.’“

Inzwischen ein gestandener Frontmann, sagt Tedder zudem, dass er immer wieder überrascht ist über seine Bandkollegen und die gewaltige internationale Fanbase von OneRepublic, die mit jedem Tag weiter wächst. Obwohl er schon mit 30 mehr Erfolge gefeiert hat, als es vielen anderen Songwritern im Verlauf ihrer gesamten Karriere vergönnt ist, sagt er abschließend, dass er seine besten Songs mit OneRepublic noch längst nicht geschrieben hat und so viel Energie wie nie zuvor verspürt. Genau genommen spricht er inzwischen fast schon in Form von Songtexten. „Die Musik ist mein Leben“, sagt er, „und Songs sind meine Währung.“

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